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Die Gefühle – Das unentdeckte Land

Viele Gefühle

Gefühle sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach da – immer und überall. Man(n) kann nicht vor ihnen davon laufen, auch wenn das die meisten von uns das ständig versuchen. Da würde es doch mehr Sinn machen, seine Gefühle wieder kennen und nutzen zu lernen. Das ist keine Zauberei, aber extrem nützlich und erleichtert das Leben ungemein.

Gefühle? Waaaaaas?

Jeder kennt sie, jeder hat schon mal davon gehört. Wenn ich jemanden frage wie es ihm geht (also wie er/sie sich fühlt), kommt meist eine Antwort wie „Gut“, „Schlecht“, „Passt schon“, „Ganz ok“. Als wären das alle Gefühle die es so gibt. Wenn ich dann weiter frage, was das denn genau bedeutet, herrscht meistens Schweigen im Walde. Oder aber die Leute erzählen dann von Ereignissen und Erlebnissen. „Gestern ist mir was passiert…“ Was dann erstmal nichts mit einem Gefühl zu tun hat. Was noch am ehesten wahr genommen wird, sind die Urgefühle die aufs Überleben ausgerichtet sind (das geht jetzt vor allem an die Männer): Hunger, Müde, Geil… 🙂

Klar, Überleben ist wichtig, aber zum Leben gehört mehr als das. Freude, Ekstase, Freiheit, Lust, Neugier, aber natürlich auch Angst, Wut, Trauer, Hilflosigkeit und viele viele mehr. Du kannst gleich mal testen wie gut du deine Gefühle kennst: Stell dir jetzt die Frage, „Wie fühle ich mich?“ – Als Antwort sind verboten: gut, schlecht, passt schon… Kannst du Gefühle identifizieren? Oder gehts gleich wieder mit dem Denken los?

Früh übt sich…

Warum haben wir solche Schwierigkeiten damit, Gefühle bewusst zu fühlen und vor allem zu benennen? Wenn wir uns Kinder ansehen (welche die noch nicht so sehr „erzogen“ sind), dann fällt auf, dass sie keine Probleme mit ihren Gefühlen haben. Ist ein Kind traurig, dann ist es traurig – mit jeder Faser seines Wesens. Wenn es begeistert von etwas ist, Freude damit hat, dann gibt es in diesem Moment nur das. Nehmen wir ein Kind das wütend ist – und viele Kinder können seeeeeehhhhhhr wütend sein. Darf ein Kind das? Überleg mal selber, wie würdest du auf (d)ein wütendes Kind reagieren? Kannst du es so sein lassen, oder ist dir das irgendwie unangenehm? Vielleicht wirst du selber wütend? Vielleicht wirst du das Kind dann ermahnen sich anders zu verhalten. Oder hältst du es aus wenn ein Kind wütend ist?

Dann setzt in der Regel die Erziehung ein und ein Kind lernt, dass dieses Gefühl nicht gewollt ist. Es folgert unbewusst: Mit diesem Gefühl bin ich nicht erwünscht, da lieben mich Mama und Papa nicht! Es wird damit beginnen dieses Gefühl zu unterdrücken, mehr und mehr. Irgendwann wir das Kind dann erwachsen und das Gefühl, dass ihm als Kind noch so vertraut war, ist nur noch ein Wort, ein Begriff der kein Leben mehr in sich trägt. Der Erwachsene hat dann keine Idee mehr von Wut, denn wütend ist man nicht, das gehört sich nicht. Wenn du dir jetzt sagst, „ich bin schon mal wütend“, frag dich bitte: Wähle ich jetzt wütend zu sein, oder bin ich es einfach, weil ich nicht anders kann? Falls du nicht anders kannst, bist du zwanghaft was Wut angeht. Solltest du zwanghaft sein, bricht es irgendwann unkontrolliert hoch – nicht sehr gesund.

Gefühle sind nicht ihre Bewertungen

Von Natur aus ist jedes Gefühl erstmal neutral, auch die scheinbar negativen. Du lernst dann erst zu unterscheiden in positive und negative Gefühle. Die negativen sind die, mit denen du „schlechte“ Erfahrungen gemacht hast, das heisst z.B. dir wurde deutlich gezeigt, dass du mit diesem Gefühl nicht liebenswert bist. Die kommen in die Negativschublade und da sollen sie dann gefälligst bleiben, ist ja auch einfacher – scheinbar. Nur gehen die Gefühle halt nicht weg, nur weil du sie nicht mehr haben willst. Gefühle sind ein Teil von dir, genauso wie deine Hand. Die würde auch nicht weg gehen, falls du sie nicht haben wollen würdest. Deine Hand ist ein selbstverständlicher Teil von dir und du würdest nie auf die Idee kommen, diesen Teil „weg zu machen“.

Bei den unterdrückten Gefühlen versuchst du das. Nur weil du sie nicht sehen und greifen kannst, sind sie trotzdem ein Teil von dir. Diesen Teil kannst du genauso kennenlernen wie du mal gelernt hast deine Hand zu benutzen. Sieh dir ein Baby an, dass gerade Greifen lernt. Die Hand ist nützlich und dient dir ganz natürlich, ohne Zwang, ohne Kontrolle. Gefühle kannst du auch ganz natürlich kennen lernen, auch jetzt noch, dafür ist es nie zu spät. Ungewohnt, ja, aber nicht unmöglich. Gefühle sind dir auch nützlich, wenn du sie zulassen kannst. So kann z.B. Wut ein starker Antrieb sein den du durchaus positiv für dich nutzen kannst.

Du machst also aus einem Gefühl ein positives oder ein negatives – und zwar mit deinen Bewertungen (Gedanken) darüber. Wenn du wie oben beschrieben lernst, dass du mit bestimmten Gefühlen nicht „akzeptabel“ bist, versuchst du das zu vermeiden. Also verknüpfst du dann z.B. Wut mit Gedanken der Ablehnung: „Wenn ich wütend bin, werde ich abgelehnt“. Welcher Junge hat nicht so Sätze gehört wie, „Ein richtiger Mann weint nicht“, „Indianer kennen keinen Schmerz“, „Wenn du dich so aufführst, mag dich keiner“ usw. So verlernst du nach und nach diese Gefühle bewusst zu fühlen und auszudrücken. Wenn du jetzt glaubst das trifft bei dir nicht zu, dann mache folgenden kleinen Selbsttest: Schrei aus vollem Hals drauf los! Einfach so… Kannst du nicht? Dann ist es sehr wahrscheinlich dass du keinen Kontakt zu deiner Wut hast.

Du trägst JEDES Gefühl in dir und kennst nur einen Bruchteil bewusst! Zeit auf Entdeckungsreise zu gehen.

  • Achte auf Situationen, die dich aus dem Gleichgewicht bringen, bei denen du dich „schlecht“ und gestresst fühlst. Schreibe dann auf worum es dabei ging, was deine Gedanken und Gefühle sind – soweit du diese benennen kannst.
  • Wenn du ein Gefühl erkannt hast, mach dir eine Liste: Schreibe stichwortartig auf wovor du bei diesem Gefühl Angst hast. Also z.B. Wovor hast du Angst wenn du wütend wärst? Was würde dann schlimmes passieren in deiner Vorstellung?
  • Stelle dem gegenüber wobei dir das Gefühl helfen könnte. Was wäre z.B. das „Geschenk“ der Wut an dich? Wobei könnte Wut dich unterstützen? Was würde dir fehlen wenn du nie wütend sein könntest? Stell dir das wirklich lebhaft vor. Es ist in der Regel wesentlich schwieriger das Geschenk zu finden, als negative Aspekte.
  • Wenn du sehen kannst dass das Gefühl beide Aspekte hat, mach dir klar, je mehr du versuchst es zu unterdrücken, desto mehr wirst du mit den negativen Aspekten konfrontiert, z.B. die unkontrollierte Wut.
  • Jetzt mach dir klar, dass du das Gefühl in dir wieder neutral, unvoreingenommen kennen lernen möchtest. Wenn es noch Widerstand in dir gibt, schau dir noch mal die beiden Punkte vorher an.
  • Wenn du nun innerlich sagen kannst „Ja, ich möchte dieses Gefühl wieder kennen lernen“, dann kommen wir zum Punkt des Fühlens.
  • Setz dich hin, schliesse deine Augen und konzentriere dich auf deine Atmung. Nimm wahr wie sich dein Brustkorb hebt und wieder senkt. Dann formuliere innerlich eine Einladung an das Gefühl dass du wieder wahrnehmen möchtest, z.B. „Meine Wut, ich möchte dich jetzt fühlen“. Klingt vielleicht im ersten Moment komisch, funktioniert aber. Warte nun bis sich das Gefühl zeigt. Hier kannst du nichts erzwingen, es dauert so lange es dauert.
  • Wenn du es dann spürst, versuch nicht es verändern zu wollen. Lass es da sein, auch hier, so lange es dauert. Es ist vergleichbar mit einer Welle, sie baut sich auf, wird immer intensiver und flacht dann wieder ab. Wichtig ist, dass es von selber wieder abflacht, nicht du entscheidest das, sondern dein Gefühl. Unter Umständen musst du das Ganze öfter wiederholen bis sich etwas meldet, du hast es ja auch lange unterdrückt.Gefühle ausdrücken

Wenn du „Nachhilfe“ brauchst, beobachte Kinder. Sie fühlen zu 100% Begeisterung, Freude, Leidenschaft, Freiheit, Wut, Trauer, Angst – einfach so, weil sie es können.

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Probleme lösen leicht gemacht

Wenn die Sonne scheint, dann freue ich mich und mir geht es gut. Wenn es regnet, dann freue ich mich auch und mir gehts gut. Denn, würde ich mich dabei schlecht fühlen und mich darüber aufregen, würde es trotzdem regnen.

Probleme lösen ist nicht so schwer wie du vielleicht denkst, denn sie entstehen letzten Endes immer im Kopf, als eine Reaktion auf eine bestimmte Situation.  Meistens sind die Situationen nicht oder nur schwer zu ändern – das Problem dass du damit hast ist aber immer zu lösen. Wer das nicht glaubt, liest hier nach. 🙂

Probleme lösen wo sie entstehen
Oh Oh!

Wer kennt diese Situationen nicht? Wieder mal ein leeres Bankkonto – Anfang des Monats… Du schaust dem schönen Geschlecht nach, dein(e) Partner(in) sieht das und ist (milde gesagt) nicht begeistert… Dein Chef war wieder mal sooo ein Arsch und hat dir noch mehr Arbeit aufgebrummt…

Das sind typische Situationen die man als Problem sehen kann. Die Reaktion auf solche Situationen sieht bei jedem anders aus, aber was bei all diesen Problem-Situationen immer gleich ist: Sie stressen einen! Das heisst sie lösen Gefühle aus und mit diesen Emotionen können wir meistens nicht umgehen, wenn wir sie überhaupt bewusst wahrnehmen. Wir fühlen uns dann meist überfordert, hilflos, genervt und wissen oft nicht weiter. Wir hadern mit der Situation, machen Gott und die Welt für unsere Situation verantwortlich, resignieren oder fügen uns in unser „Schicksal“… Wie könnten wir das verändern und unsere Probleme lösen?

Situation und Problem

Zuerst ist es mal wichtig zu unterscheiden zwischen der Situation und dem Problem. Ich behaupte, dass ein Problem immer im Kopf entsteht. Das heisst, wir finden zuerst mal eine Situation in unserem Leben vor die uns nicht passt (leeres Bankkonto, Ärger mit dem Partner, zu viel Arbeit). An dieser Situation lässt sich oftmals nicht viel verändern, wenn das Konto leer ist, ist es halt leer. Damit wollen wir uns aber nicht abfinden.

Wir malen uns meist unbewusst aus, was die schlimmsten Konsequenzen aus dieser Situation sein könnten und die passen uns erst recht nicht (Armut, Verlassenwerden, Gekündigt). Also tun wir vermeintlich alles um die Situation zu verbessern. Wir nehmen uns vor nächsten Monat zu sparen, wir geloben Besserung und versprechen nie wieder jemandem hinterherzuschauen, wir arbeiten weit über unsere Grenzen hinaus und nehmen Arbeit auch mit nach Hause. Herzlich Willkommen im Hamsterrad! Derjenige bei dem das wirklich wesentlich etwas verbessert hat, bei dem sich solche Situationen dann nicht wiederholt haben, möge sich bei mir melden und mir sein Geheimnis verraten – ich geb dann einen aus.

Gedanken und Gefühle

So versuchen wir also unsere Probleme zu lösen, was aber nicht wirklich funktionieren kann. An der Situation lässt sich meist nichts verändern. Was du aber immer verändern kannst, sind deine Gedanken zu einer Situation. Schau dir die Situationen, die du als Probleme bezeichnest genau an und überleg dir, was genau dein Problem damit ist. Was nervt dich daran, frustriert sich, greift dich emotional an? Schreib dir alles auf was dir dazu in den Sinn kommt, jeden Gedanken und scheint er auch noch so verrückt. Dann wirst du bemerken, es ist schon etwas leichter geworden, der innere Druck hat nachgelassen.

Klar, die Situation ist immer noch so, wie sie vor dem Aufschreiben war. Aber das ist auch gar nicht deine Baustelle. Stell dir z.B. vor, du brichst dir den Arm und hast morgen ein wichtiges Tennismatch – dass du dir den Arm gebrochen hast, wirst du nicht ändern können. Also geh mit deiner Aufmerksamkeit weg von der Situation, hin zu den Gedanken die darüber in dir auftauchen. Denn dort liegt dein wahres Problem, die Gedanken die du dir über Situationen machst! Die lassen dich dann wütend, traurig, frustriert, etc. werden. Wie du darauf reagierst bestimmt sich dadurch was du für Erfahrungen in deinem Leben gemacht hast und wie du es gelernt hast. Dein Unterbewusstsein assoziiert solche Situationen mit für dich prägenden Situationen aus deiner Vergangenheit. Schon bist du emotional hineinversetzt in die Vergangenheit. Daraus kann dich dein Kopf/Denken nicht befreien.

Einfach Probleme lösen

Du hast nun also deine Gedanken aufgeschrieben und vielleicht auch schon wie du dich gefühlt hast. Nun ist es wichtig, dass du dich um diese Gefühle kümmerst. Mit kümmern meine ich: Fühlen! Auf das Thema Gefühle gehe ich in diesem Artikel näher ein. Das hört sich erstmal leicht an, ist es für viele aber nicht. Wir haben gelernt bestimmte Gefühle, meist die „Negativen“ zu unterdrücken. Das führt dann zu besagten Problemen. Wenn du wieder die Verantwortung für deine Gefühle übernimmst und sie bejahend fühlst, passiert etwas wunderbares, deine Probleme lösen sich wie von selbst auf. Zuerst bearbeitest du also das Problem in deinem Kopf und dann siehst du neue Möglichkeiten, Lösungen für die Situationen denen du dich gegenüber siehst.

Zusammenfassend ein Beispiel: Wenn die Sonne scheint, es 30 Grad und blauen Himmel hat, würden die meisten sagen: „Was für ein Traumwetter! Juhuuuu!“ Sie würden sich automatisch „gut“ fühlen. Bei demselben Wetter gibt es aber auch die, die sagen: „Es ist viel zu heiss, da kann man ja nichts machen, alles ist so anstrengend“. Die werden sich eher „schlecht“ fühlen.

Probleme lösen sich auf
Hier herrscht eitel Sonnenschein

Wer hat denn nun „Recht“? Wir gehen unhinterfragt davon aus, dass das Wetter so ist wie wir es mit unseren Gedanken darüber interpretieren, die einen sehen es eben gut, die anderen schlecht. Diejenigen die es als schlecht interpretieren haben dann Stress mit dem Wetter. Aber was kann das Wetter dafür? Deine Gedanken über das Wetter bestimmen wie du dich fühlst – und die kannst du immer verändern. Wenn du dich dann noch um deine Gefühle dazu kümmerst, änderst du dein Erleben des „Wetters“ und es kann kommen was will. Deine Probleme lösen sich in Wohlgefallen auf und bei dir herrscht eitel Sonnenschein. 🙂